Suzi Quatros aus pop 1974
Christian Müller
Stars der 70er – Suzi Quatro

Suzi Quatro, 1950 in Detroit geboren, durchbricht in den 1970ern als erste erfolgreiche weibliche Rockmusikerin die Männerdominanz der Szene. Früh musikalisch geprägt, zieht sie nach London, startet dort mit „Can The Can“ durch und landet mehrere BRAVO-Tophits. Ihre Markenzeichen: Lederanzug, Bassgitarre und kompromissloser Rocksound. BRAVO ehrt sie mit einem Starschnitt und sechs OTTOs. Auch nach dem musikalischen Zenit bleibt Suzi aktiv – als Schauspielerin, Autorin und Musikerin.

Gruppenbild KajaGooGoo
Christian Müller
Stars der 80er – KajaGooGoo

KajaGooGoo stiegen 1983 mit „Too Shy“ blitzartig zu Teenie-Stars auf, wurden medial überpräsentiert und zerbrachen am eigenen Hype. Frontmann Limahl ging solo, doch auch er verschwand nach kurzem Erfolg. Ein lehrreiches Beispiel für die Mechanismen des Popgeschäfts.

Stars der 70er – The Bay City Rollers
Christian Müller
Stars der 70er – The Bay City Rollers

Die Bay City Rollers aus Edinburgh entfachten in den 70ern mit ihrem Tartan-Look und simplen, eingängigen Hits eine hysterische Fanbewegung – die Rollermania. Mit Songs wie “It’s A Game” und “Saturday Night” wurden sie zu Teenie-Idolen, ehe Managementprobleme, rechtliche Streitigkeiten und Imagebrüche den Abstieg einleiteten. Ihre Geschichte ist Popmärchen und Popwarnung zugleich.

Erste Dr. Sommer Ausgabe
Christian Müller
Seit wann gibt es Dr. Sommer in BRAVO?

Dr. Sommer, alias Dr. med. Martin Goldstein, wurde ab 1969 zur Symbolfigur der sexuellen Aufklärung in der Jugendzeitschrift BRAVO. In der Rubrik „Was Dich bewegt“ beantwortete er bis 1984 tausende Leserbriefe zu Liebe, Sexualität und jugendlichen Sorgen – unverblümt, empathisch und ohne Tabus. Unterstützt durch frühere Beiträge der Schriftstellerin Marie Louise Fischer, etablierte er ein völlig neues Verständnis von Aufklärung im deutschsprachigen Raum. Auch nach seinem Ausscheiden blieb sein Erbe durch das Dr.-Sommer-Team erhalten – ein fester Bestandteil der BRAVO bis heute.

Cover musik parade
Christian Müller
Wann erschien die Zeitschrift musik parade?

Die Jugend- und Musikzeitschrift „musik parade“ erschien erstmals im Juli 1962 als deutscher Ableger der erfolgreichen niederländischen muziek parade. Herausgeber war Guus Jansen Jr., der auch als Radiomoderator bekannt war. Die Zeitschrift entwickelte sich rasant, wechselte bald von zweimonatlicher auf 14-tägige Erscheinungsweise und bot ihren Lesern Hitlisten, Songtexte und Poster. Trotz wachsender Beliebtheit wurde musik parade 1967 nach 89 Ausgaben eingestellt und in die BRAVO integriert. Ihr Fokus lag auf aktueller populärer Musik – TV-, Film- und Sportstars spielten eine Nebenrolle.

Foto Marion
Christian Müller
Stars der 60er – Marion

Marion Maerz (geb. 1943 als Marion Litterscheid) galt in den 1960er Jahren als große Hoffnung des deutschen Schlager- und Beat-Markts. Mit ihrer starken Stimme, Songs von Größen wie Peter Maffay, Drafi Deutscher und Michael Holm sowie Fernsehauftritten war sie bestens positioniert für eine große Karriere. Ihr Hit „Er ist wieder da“ wurde 1965 ein Erfolg mit Platz 5 in der BRAVO-Hitparade und über 100.000 verkauften Exemplaren. Trotz weiterer Veröffentlichungen blieb der große Durchbruch aus – ein frühes Pop-Phänomen mit ungenutztem Potenzial, das bis heute rätselhaft erscheint.

Gruppenfoto Status Quo
Christian Müller
Stars der 60er – Status Quo

Status Quo starteten ihre Karriere 1968 mit dem Psychedelic-Hit „Pictures Of Matchstick Men“, einem weltweiten Erfolg mit Ohrwurm-Garantie und flirrendem Flanging-Sound. Doch statt bei dieser Stilrichtung zu bleiben, wandte sich die Band bald dem Hard Rock und Boogie-Stil zu – mit Klassikern wie „Rockin’ All Over the World“ und „In The Army Now“. Trotz Spott über ihren simplen Sound („drei Akkorde“), zeigten Francis Rossi und Rick Parfitt stets Humor und Selbstironie. In BRAVO und der Musicbox waren sie Dauergäste – wenn auch nie ganz an der Spitze. Mit dem Tod Parfitts 2016 endete eine Ära, nicht aber das Vermächtnis der Band.

BRAVO Musicboxen
Christian Müller
Seit wann gibt es die BRAVO-Musik-Charts?

Die BRAVO Musicbox, später bekannt als Leser-Hitparade, erschien erstmals 1956 mit Freddy Quinn an der Spitze. Anfangs redaktionell zusammengestellt, entwickelte sie sich über Jahrzehnte zu einer durch Leserabstimmungen bestimmten, teils doppelseitigen Übersicht der angesagtesten Songs. Mit bis zu 50 Positionen spiegelte sie die Popkultur über 58 Jahre hinweg wider. Insgesamt schafften es 6.642 Songs in die Liste, 657 davon auf Platz 1. Rekordhalter war «If You Go Away» von New Kids On The Block mit 109 Wochen Notierung. 2013 wurde die Hitliste eingestellt.

New Kids On The Block
Christian Müller
Stars der 90er – New Kids On The Block

Die New Kids On The Block revolutionierten ab Ende der 1980er Jahre als erste echte Boygroup die Popwelt. Mit ihrem Erfolgsalbum Hangin' Tough und Hits wie „Please Don’t Go, Girl“ feierten die fünf Freunde aus Boston gigantische Erfolge – auch in Deutschland, wo BRAVO sie 1990 fast durchgehend auf dem Titel zeigte. Trotz eines Rückgangs des Erfolgs in den 1990ern und der Trennung 1994, kam es 2008 zur Reunion. Seither touren NKOTB wieder regelmäßig und zeigen, dass ihre Fangemeinde nie ganz verschwunden ist.

Winnetou-Starschnitte
Christian Müller
Wie viele Winnetou-Starschnitte gab es in BRAVO?

Die Winnetou-Filme hinterließen nicht nur im Kino, sondern auch in der Jugendzeitschrift BRAVO ihre Spuren: Gleich fünfmal wurden die Stars der Kultreihe – allen voran Pierre Brice als Winnetou – zum Starschnitt-Motiv. Von 1964 bis 1977 zierten Winnetou, Old Shatterhand (Lex Barker) und Nscho-tschi (Marie Versini) die Zimmerwände deutscher Teenager, sorgfältig zusammengesetzt aus Dutzenden von BRAVO-Seiten. Dabei spiegelten die Schnitte nicht nur die Filmhelden, sondern auch die Farbästhetik und Detailverliebtheit der jeweiligen Zeit – inklusive Silberbüchse, Bowiemesser und fransenreicher Apachenkleidung.

Die erste BRAVO
Christian Müller
Wann erschien die erste BRAVO?

Die allererste BRAVO erschien am 26. August 1956 unter dem Titel „Die Zeitschrift für Film und Fernsehen“. Chefredakteur und Ideengeber war Peter Boenisch. Das Heft umfasste 40 Seiten, kostete 50 Pfennig und zeigte u. a. Marilyn Monroe und Karl-Heinz Böhm. Inhaltlich lag der Fokus auf Film, Fernsehen (nur ARD!) sowie Liebesgeschichten und Serien. Der Wandel zum Musikmagazin erfolgte erst mit dem Beatboom der 1960er. 1996 erschien ein originalgetreuer Nachdruck, der oft mit dem echten Original verwechselt wird.

Vier BRAVO-Starschnitte
Christian Müller
Welches war der erste Starschnitt in BRAVO?

Der allererste BRAVO-Starschnitt war Brigitte Bardot gewidmet und erschien 1959 in elf Teilen ab Ausgabe 13. Von den Füßen bis zum Kopf konnten Leser die französische Schauspiel- und Gesangsikone in Lebensgröße (156 cm) ausschneiden und zusammenkleben. Begleitet wurde der Starschnitt von einer mehrteiligen Biografie-Serie unter dem Titel „BB – Bombe Bardot“. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Format zu einem festen Bestandteil der BRAVO und noch im selben Jahr durch Starschnitte von Peter Kraus, Conny Froboess und Elvis Presley fortgeführt.

Erste BRAVO 1956
Christian Müller
Zeitreise ins Jahr 1956

Der Artikel beleuchtet das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben in Deutschland der 1950er Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpft das Land mit den Folgen der Zerstörung, während es gleichzeitig den Weg in eine neue Ära beschreitet: Wirtschaftswunder, Wohnungsbau und beginnende Reiselust prägen das Jahrzehnt. Die Zeitschrift BRAVO, erstmals 1956 erschienen, spiegelt diese Zeit wider und richtet sich vor allem an die Jugend. Themen wie Mobilität, Rock 'n' Roll, Film, Fernsehen und Idole wie Elvis Presley oder Horst Buchholz stehen im Mittelpunkt. Der Heimatfilm boomt, leichte Unterhaltung dominiert, doch auch politische und gesellschaftliche Umbrüche kündigen sich an.